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15. Februar - Tag des Regenwurms
Bedeutung des Regenwurms für die Bodenfruchtbarkeit
Seit Oktober 2024 bot der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald insgesamt 13 Veranstaltungen zum Thema Humusaufbau an. In jeder einzelnen kam auch der Regenwurm zur Sprache, der zu den wichtigsten Mitarbeitern beim Aufbau eines fruchtbaren Bodens zählt. Umso erfreulicher ist es, dass diesem bedeutsamen Tier in Deutschland ein eigener Feiertag gewidmet ist, nämlich der 15. Februar.
Ob der Name vom Regen kommt, bei dem vermehrt Würmer zu sehen sind, weil sie ihre gefluteten Röhren verlassen, oder von „rege“, ist ungewiss, seine Nützlichkeit hingegen nicht.
Wissenschaft und Praxis sind sich einig: Je mehr Regenwürmer im Boden sind, desto höher ist dessen Fruchtbarkeit. Dies liegt zum einen daran, dass sie im und auf dem Boden wertvollen Wurmkot ablegen. Die Kothäufchen sind im Winterhalbjahr sehr gut zu sehen. Zum andere durchlüften sie mit ihren Röhren den Boden, sorgen für Sauerstoff, den die humusaufbauenden Mikroorganismen benötigen, und erschließen den Boden für Pflanzenwurzeln., die so widerstandsfrei in den Boden eindringen können und ideale Wachstumsbedingungen vorfinden. Außerdem fungieren sie als Drainagen, sorgen für eine bessere Wasseraufnahme und vermindern die Erosion. Unter einem Quadratmeter fruchtbarem Boden können mehrere hundert Meter Regenwurmröhren und 100 bis 200 Würmer sein. Die Röhren sind innen mit stabilisierendem Wurmkot ausgekleidet.
Regenwürmer arbeiten im Acker bis zu sechs Tonnen totes organisches Material pro Jahr und Hektar ein, aus dem 40 bis 100 Tonnen Kot entstehen können. Dieser ist ein Konglomerat aus organischen und mineralischen Anteilen, in dem die Nährstoffe leicht verfügbar angereichert sind. Der Stickstoffgehalt ist gegenüber der umliegenden Erde im Durchschnittlich 5-fach, der Phosphorgehalt 7-fach und der Kaliumgehalt 11-fach erhöht.
Durch die vom Regenwurm bewirkte intensive Durchmischung von organischen und mineralischen Substanzen sowie die Schleimabsonderung der Würmer, werden stabile Krümel gebildet, die leichten Boden schwerer und schweren Boden leichter machen.
Sofern es sich nicht um die Dauerformen von Schaderregern handelt, wirken Regenwürmer auf den Boden hygienisierend. Indem sie befallenes Laub in ihre Gänge ziehen, werden die Schaderreger dort mit abgebaut.
Wer einen Einblick in die Regenwurmdichte des eigenen Bodens bekommen möchte, kann einen 10 x 10 cm großen und 25 cm tiefen Spatenstich ausgraben und die darin enthaltenen Würmer zählen. Ein mittelschwerer Lehmboden sollte ein bis zwei Würmer enthalten, dies entspricht 100 bis 200 Tieren pro Quadratmeter.
Alternativ können in der frostfreien Zeit des Winterhalbjahrs die Kothäufchen auf 50 x 50 cm gezählt werden. Sind weniger als fünf zu finden, ist die Wurmaktivität gering. Zehn Kothäufchen entsprechen einer mittleren Wurmaktivität, zwanzig oder mehr einer guten Aktivität.
In Deutschland kennt man derzeit etwa 40 verschiedene Regenwurmarten. Am vermutlich bekanntesten ist der vertikal grabende, 15 bis 45 cm lange und 4-8 Jahre alt werdende dunkel-rotbraune Tauwurm (Lumbricus terrestris), der große Pflanzenteile in seine tiefen Röhren zieht. Außerdem gibt es die höchstens 15 cm langen, bleichen, flachgrabenden und nur 2-5 Jahre alt werdenden Würmer. Im Kompost sind vor allem streubewohnende, nur 2-6 cm lang und 1-2 Jahre alt werdende, rotbräunliche Würmer vorzufinden. Sie tragen hier zu äußerst wichtigen Umbauprozessen bei.
Der Naturpark möchte nicht nur auf den Tag des Regenwurms und dessen Bedeutung für einen fruchtbaren Boden hinweisen, sondern auch auf seine Veranstaltungen zum Thema Humusaufbau.
Nähere Infos unter Humusaufbau in der Landwirtschaft: Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald (naturpark-sfw.de)
Folgende Veranstaltungen sind bereits geplant, weitere folgen:
24. März 2026: Tagesseminar: Bodenbiologie und Pflanzengesundheit in der Praxis mit Arved Meinzer
Teilnehmende lernen, die Vitalität ihrer Böden und Pflanzen besser zu beurteilen und durch Kenntnis der Prozesse in Boden und Pflanzen gezielt zu verbessern. Zu den Inhalten gehören eine Einführung in die Mikroskopie von Bodenproben, die Brixwert-Messung zur Beurteilung der Pflanzenqualität sowie weitere einfache Methoden zur Einschätzung von Pflanzen- und Bodenparametern.
10. April 2026: Tagesseminar: Humusaufbau im Weinbau
Weinbergböden sind vielfach verdichtet und biologisch verarmt. Es wird aufgezeigt, wie dem durch artenreiche Begrünungen, Kompostherstellung und -ausbringung, Bokashi-Einsatz oder Komposttee-Spritzungen entgegengewirkt werden kann und wie sich dies auf die Qualität des Weines auswirkt. Dieser sogenannte probiotische Weinbau fördert in Symbiose mit dem Bodenleben die rebeigenen Abwehrkräfte und kann in der Folge den Einsatz an Pflanzenschutzmitteln und Mineraldüngern verringern. Das Seminar gibt Impulse für einen zukunftsfähigen, resilienten Weinbau und qualitativ hochwertige Weine.
29. Mai 2026: Nachmittagsveranstaltung: Gemengeanbau Getreide und Leguminosen mit Michael Reber
Der Anbau von Hauptkulturen im Gemenge ist eher selten. Ein Grund dafür ist, dass vielfach Wissen und Erfahrungen über passende Arten, Sorten, Mischungsverhältnisse, Reifezeiten von Mischungspartnern sowie Boden- und einzelbetriebliche Anbaueignung fehlen. Aus diesem Grund wurden auf Initiative des Naturparks Feldversuche zum Gemengeanbau angelegt. Während eines Feldtages werden verschiedene Getreide-Leguminosen-Gemenge mit Reinsaaten verglichen, ein ausgiebiger Blick in das Bodenprofil geworfen und die Wurzeleigenschaften sowie der Bodenzustand beurteilt sowie entsprechende Anbaupraktiken diskutiert.
Juni 2026 (genauer Termin wird noch festgelegt): Nachmittagsveranstaltung: Einfache Wege zur optimalen Nutzung hofeigener Wirtschaftsdünger: Bodenfruchtbarkeit nachhaltig steigern mit Friedrich Wenz
Wer Gülle, Gärreste oder Mist zur Verfügung hat, kann damit langfristig die Bodenfruchtbarkeit verbessern, vorausgesetzt, bei Lagerung, Aufbereitung und Anwendung werden einige Kniffe beachtet. An diesem Nachmittag zeigt Friedrich Wenz, Pionier der regenerativen Landwirtschaft in Deutschland und einer der führenden Experten im Bereich Humusaufbau, wie Wirtschaftsdünger so optimiert werden können, dass sie die Bodenbiologie unterstützen und die Bildung von Huminstoffen sowohl während der Aufbereitung als auch im Boden fördern.
27. Juni.2026: Nachmittagsworkshop Erde gut machen mit Terra Preta
Nachdem Ende des 19. Jahrhunderts Forscher im Amazonasgebiet erstmals eine als Terra Preta bezeichnete, äußerst fruchtbare Erde beschrieben haben, ergründeten sie das Geheimnis dieser Böden. Zwischenzeitlich wird Terra Preta auch bei uns hergestellt und erprobt, zum Teil mit beachtlichen Resultaten in Form eines nachhaltig verbesserten Bodens. Während eines Workshops wird Fachwissen über Stoffwechselprozesse im Boden und beim Menschen vermittelt sowie gemeinsam eine Terra Preta-Miete errichtet.
5. November 2026: Abend-Onlinevortrag: Bodenverdichtungen erkennen, reduzieren, vermeiden
Bodenverdichtungen zählen zu den größten ackerbaulichen Herausforderungen unserer Zeit und haben Auswirkungen auf Ertrag, Befahrbarkeit und Energieverbrauch. Damit Böden fruchtbar und ertragsfähig sind, ist eine gute Bodenstruktur wichtig. Ein gut durchlüfteter, garer Boden speichert Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff, ist witterungsresilient, erwärmt sich im Frühjahr schneller, infiltriert das Wasser besser, verhindert Erosion und Nährstoffverluste. Martin Haußecker vom Landwirtschaftsamt Heilbronn, vormaliger landwirtschaftlicher Energieberater und praktizierender Landwirt, zeigt während seines Vortags, wie sich Bodenverdichtungen reduzieren lassen und welche technischen sowie ackerbaulichen Maßnahmen wirksam sind.
Die Projektkoordination Humusaufbau in der Landwirtschaft wurde als Vorhaben des Landes Baden-Württembergs im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 - 2027 mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.
Weitere Informationen:
Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald e. V.
Ansprechperson: Beate Leidig
Telefon: 0 71 92 – 97 89 – 009
Montag, Donnerstag, Freitag
E-Mail: beate.leidig@naturpark-sfw.de
Homepage: Humusaufbau in der Landwirtschaft: Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald (naturpark-sfw.de)
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